Performance: Hoster, Ressourcen und Extensions

Schnelle Ladezeiten sind für die Akzeptanz einer Website beim User entscheidend. Je länger eine Seite lädt, desto mehr User springen vorzeitig ab. Gerade im Mobile First Zeitalter und unter den bisweilen schlechten Empfangsbedingungen von Mobilfunknetzen ist es oftmals eine Herausforderung, in jeder Situation gute Performance anzubieten. Auch hier bietet TYPO3 alle Voraussetzungen, die gewünschte Schnelligkeit herzustellen. Der Core der neuen TYPO3 Version LTS 9 arbeitet pfeilschnell. Aber auch hier kommt es maßgeblich darauf an, wie eine Seite aufgesetzt wird. 

Entscheidend sind neben der Effizienz der Software selbst vor allem diese drei Faktoren: erstens das Hosting, also die Geschwindigkeit des Webservers, zweitens die eingebundenen Ressourcen wie Bilder, andere Medien und Code-Datein sowie drittens die eingesetzten Erweiterungen.

1. Performance-Leistungen im Überblick

  • Analyse der Optimierungspoteniale
  • Ermitteln von Performance-Nadelöhren
  • Optimierung eingebundener Javascript- und CSS-Ressourcen
  • Optimierung eingebundener Medien: Bilder, Video und Audio
  • Critical-Path-CSS-Optimierung
  • Überprüfung eingebundener APIs und ggf. Anpassung der aufrufenden Codefragmente
  • Überprüfung der Architektur von Webanwendungen
  • Ermittlung der geschwindigkeitsrelevanten Extensions, Optimierung, ggf. Austausch
  • Analyse der Serverantwortzeit und Entwicklung eines Maßnahmenplans zur Verbesserung der Servergeschwindigkeit
  • Cache Konfiguration

2. Das sollte man in Hinblick auf die Performance eines TYPO3-Projekts beachten:

Was sind die Kernvorteile einer performanten TYPO3-Website? 

Die Ladegeschwindigkeit einer Website ist entscheidend für ihren Erfolg. Denn mit ihr steht und fällt die Akzeptanz der Website beim Besucher, noch bevor dieser sich mit den Inhalten überhaupt auseinandergesetzt hat. Untersuchungen wie diese Studie von pingdom zeigen immer wieder, dass die sogenannte Bounce-Rate (Absprungrate) von Nutzern auch bereits bei einem geringen Anstieg der Ladegeschwindigkeit stark zunehmen kann.

Die Ladegeschwindigkeit erlangt auch deshalb immer größere Bedeutung, weil die mobile Internetnutzung nach wie vor wächst. Mobile Geräte werden oft in weniger leistungsstarken Netzen verwendet. Hier wirkt sich eine langsame Website besonders negativ auf die Nutzerfahrung aus. 

 

Hat eine schnelle Ladezeit einen positiven Effekt auf mein Google Ranking?

Es ist grundsätzlich richtig, dass Google u. a. auch die Ladegeschwindigkeit einer Website als Rankingfaktor sowohl in der Mobile Search als auch in der Desktop Search berücksichtigt. Der direkte Einfluss der Seitengeschwindigkeit auf das Ranking liegt derzeit aber in einem eher kleinen Prozentbereich. Für eine gute Platzierung in den Google-Suchergebnissen braucht es also mehr als die Optimierung der Seitengeschwindigkeit. (Siehe hierzu auch unsere Sektion Suchmaschinenoptimierung.)

Allerdings ist eine schnelle Website dennoch sehr wichtig für die erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung. Denn die Verweildauer von Besuchern auf einer Website wirkt sich deutlich auf das Ranking durch Google aus. Ein niedrige Bounce-Rate (Absprungrate) ist somit eine der Bedingungen für wirksame SEO. Und die Absprungrate hängt wie oben bereits erwähnt entscheidend mit der Seitengeschwindigkeit zusammen.

 

Wie kann ich die Schnelligkeit meiner Website selbst testen?

Einen guten ersten Überblick bietet das bekannte und kostenlose Tool Google PageSpeed Insights.

Das Tool ermittelt für die zu optimierende Website einen sogenannten Speed Score, der in der Auswertung oben in einem farbigen Kreis groß angezeigt wird. Dabei gilt ein Wert ab 90 Punkten bei den Google PageSpeed Insights als gutes Ergebnis und wird mit der Farbe Grün gekennzeichnet.

Was ist der Unterschied zwischen Labdaten und Felddaten im Ergebnis von Google PageSpeed Insights?

Die Auswertung von Google PageSpeed Insights erfolgt in zwei verschiedenen Daten-Kategorien, zum einen den Labdaten und zum anderen den Felddaten.

Labdaten

Das Ergebnis von Google PageSpeed Insights wird durch den sogenannten Speed Score dominiert. Der Speed Score ist eine Zahl von 0 bis 100 in einem farbigen Kreis oberhalb der Detailergebnisse. Dieser Speed Score basiert den Labdaten.

Lab steht für Labor. Damit ist gemeint, dass Google die Seitengeschwindigkeit in einer kontrollierten Umgebung mit genau definierten Bedingungen testet. Konkret werden die Labdaten mit dem Analyse-Tool Lighthouse erhoben. Dafür simuliert Lighthouse die Darstellung der zu testenden Website auf einem bestimmten Mobilgerät. Für diese Simulation werden die entsprechenden Leistungsdaten errechnet. Die Leistungsdaten sind gemessene Zeiten für z.B. das Rendern erster Inhalte, die weitgehende Darstellung der Inhalte oder die Herstellung der Interaktivität der Website.

Auf Basis dieser Messungen wird der Speed Score als Leistungsfaktor von 0 bis 100 berechnet. Google bewertet das Ergebnis anhand von drei Kategorien:

  • 90 bis 100: hoch
  • 50 bis 89: durchschnittlich
  • 0 bis 49: niedrig

Da der Speed Score auf Basis einer Simulation berechnet wird, kann er für jede Website ermittelt werden. Der Speed Score und die Labdaten sind also unabhängig vom Traffic einer Website.

Felddaten

Während die Labdaten auf Basis einer Simulation unter Laborbedingungen errechnet werden, basieren die Felddaten auf tatsächlichen Nutzererfahrungen. Die Auswertung bezieht sich also auf Realbedingungen: auf tatsächliche Netzwerkverbindungen und über sie kommunizierende Endgeräte.

Diese Nutzererfahrungen werden über den Browser Chrome eingesammelt, der ebenfalls aus dem Hause Google stammt. Im Chrome User Experience Report werden die Nutzererfahrungen von Chrome-Benutzern ausgewertet und zusammengefasst.
Die Felddaten beziehen sich sowohl auf die konkret getestete Seite (z.B. eine bestimmte Unterseite eines Webprojekts) als auch auf ihren Ursprung.

Bei diesem Verfahren werden aber nur für Websites mit höheren Besucherzahlen ausreichend Daten gesammelt. Für kleinere Seiten mit weniger Traffic reichen die Daten oft nicht für eine valide Bewertung aus, so dass Google für diese kleineren Seiten keine Ergebnisse in der Kategorie Felddaten ausgibt. Kleinere Seiten sind also bei den Google PageSpeed Insights auf die Labdaten verwiesen.

 

Was bedeutet „Im Bericht zur Nutzererfahrung in Chrome sind nicht genügend tatsächliche Geschwindigkeitsdaten für diese Seite vorhanden.“ im Ergebnis von Google PageSpeed Insights?

Google verwendet Daten aus dem Chrome User Experience Report, um die Seitengeschwindigkeit in der Kategorie Felddaten auf Basis tatsächlicher Nutzererfahrungen zu ermitteln. Für eine seriöse Auswertung müssen diese Daten jedoch in ausreichender Menge vorhanden sein. Daher sind es in der Regel große und sehr gut frequentierte Websites, für die Google eine Analyse der tatsächlichen Seitengeschwindigkeit unter Realbedingungen vornehmen kann. Bei Websites mit einer Frequenz auf mittleren oder geringem Level erscheint in der Kategorie Felddaten lediglich der Hinweis „Im Bericht zur Nutzererfahrung in Chrome sind nicht genügend tatsächliche Geschwindigkeitsdaten für diese Seite vorhanden“.

Erscheint dieser Hinweis für eine Website hat man grundsätzlich zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Entweder man orientiert sich allein an den Labdaten, die für jede Website erhoben werden. Oder man nutzt andere Wege und Tools jenseits der Google PageSpeed Insights, um die Seitengeschwindigkeit unter Realbedingungen zu testen.

Vor allem die Betreiber von Websites, die (wie z.B. Webshops) ohne Unterbrechungen auf eine gute Performance angewiesen sind, sollten sich nicht allein auf die Labdaten nicht verlassen. Für solche Websites ist es sinnvoll, die Seitengeschwindigkeit über einen längeren Zeitraum für verschiedene Endgeräte und Netztypen zu ermitteln. Nur dann kann man sich sicher sein, eine gute Performance unter Realbedingungen bereitzustellen.

Falls man eine solche Website betreibt und Google PageSpeed Insights für diese Seite keine Felddaten anzeigt, helfen wir gern weiter. Mit unseren Tools erstellen wir eine detaillierte Analyse verschiedener Geschwindigkeitsparameter und der Optimierungspotentiale. Auf dieser Basis optimieren wir ihre tatsächliche Seitengeschwindigkeit unter Realbedingungen. Außerdem bringen wir das Projekt auch gern bei den Google PageSpeed Insights in den grünen Bereich, der bei 90 Punkten beginnt.

 

Muss ich alle Empfehlungen von Google PageSpeed Insights umsetzen?

Das ist eine Frage des Verhältnisses von Aufwand und Nutzen. Wir helfen gern dabei, dieses Verhältnis richtig einzuschätzen. Gemeinsam mit unseren Kunden schauen wir uns auf Basis unserer weitergehenden Tests und Auswertungen an, welche Optimierungen für das Projekt sinnvoll sind oder nicht.

Grundsätzlich gilt aber wie oben bereits erwähnt, dass ein Wert ab 90 Punkten bei den Google PageSpeed Insights als gutes Ergebnis gilt und sich im gründen Bereich befindet.

Jede weitere Performance-Verbesserung innerhalb des grünen Bereichs von 90 bis 100 Punkten ist insbesondere bei komplexen Websites unserer Erfahrung nach nur mit sehr spezifischem Know-how zu erreichen. Wir beraten hier gern.

Eine gute Idee ist es darüber hinaus, die Auswertung von Google PageSpeed Insights regelmäßig durchzuführen. Google passt das Tool kontinuierlich an. Dabei wird die Messlatte für performante Webanwendungen in der Regel immer höher gelegt. Wer sich gestern noch im grünen Bereich befand, kann nach einer solchen Anpassung im Speed Score abrutschen.

 

Muss ich den Server wechseln, um meine TYPO3-Website zu beschleunigen?

Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten. Natürlich ist ein schneller Webserver essentiell für die Performance von Webanwendungen. Auch die Serverkonfiguration spielt eine große Rolle. Wenn unsere Analyse zu dem Ergebnis kommt, dass der Webserver, auf dem die Anwendung läuft, schlicht zu langsam arbeitet, ist ein Umzug sinnvoll.

Ein weiterer Grund für einen Wechsel des Providers kann darin bestehen, dass der aktuelle Provider (z.B. im Rahmen eines bestimmten Hosting-Pakets) nicht genügend Konfigurationsmöglichkeiten bietet, um Performance- und Sicherheits-Optimierungen sinnvoll vorzunehmen.

Wir können die Unterschiede der verschiedenen Angebote bewerten und empfehlen gern einen Provider, der alle spezifischen Bedürfnisse erfüllt. Der Wechsel hat übrigens nicht unbedingt zur Folge, dass Mehrkosten für das Hosting entstehen. Auch halten sich der Aufwand und die Risiken eines Umzugs einer Website in der Regel in Grenzen. Die Domain wird erst übertragen bzw. umgeleitet, sobald die Seite beim neuen Provider perfekt läuft.

3. Performance-Leistungen im Detail

  • Um den Optimierungsaufwand so gering wie möglich zu halten, erfolgt die Performance-Optimierung grundsätzlich am Ende der Seitenentwicklung. Denn Änderungen am System oder an den Code-Ressourcen (z.B. Javascript oder CSS-Ressourcen) können erneute Optimierungsrunden notwendig machen.
  • Für die Optimierung ermitteln wir zunächst die konkreten Optimierungspotentiale und eventuelle Performance-Nadelöhre. Anschließend optimieren wir eingebundene Javascript- und CSS-Ressourcen sowie Medien.
  • Wir überprüfen die eingebundenen Schnittstellen (APIs) hinsichtlich ihres Einflusses auf die Seitengeschwindigkeit. Wenn notwendig, passen wir die entsprechenden Codefragmente an.
  • Ist die Architektur der Webanwendung verantwortlich für Performance-Probleme, schlagen wir Alternativen vor.
  • Außerdem ermitteln wir alle installierten Extensions, die für die Ladegeschwindigkeit der Seite relevant sind. Wenn möglich und sinnvoll passen wir diese Extensions an oder tauschen sie gegen schnellere aus.
  • Die htaccess-Datei wird von uns so optimiert, dass nützliche Speed-Features wie Browser-Caching genutzt werden können.
  • Natürlich ermitteln wir auch die tatsächliche Antwortzeit des Webservers und die Potentiale zur Optimierung der Antwortzeit. In Abstimmung mit dem verantwortlichen Webadministrator entwicklen wir einen Maßnahmenplan zur Verbesserung der Servergeschwindigkeit und setzen diesen gemeinsam um.
  • Abschließend nehmen wir eine Optimierung des sogenannten Critical-Path-CSS vor. Mit Critical-Path-CSS sind alle CSS-Anweisungen gemeint, die ein Browser benötigt, um den zuerst sichtbaren Teil einer Website (Above the Fold) anzuzeigen. Diese CSS-Anweisungen müssen dem Browser besonders schnell zur Verfügung stehen, damit er die Website ohne Unterbrechung durch die Ladezeiten erst später benötigter Ressourcen rendern kann.